Geschichte

Die Geschichte des Unternehmens Richner begann 1799 in Aarau mit der Gründung einer Hafnerei, welche kunstvoll bemalte Ofen-Kacheln fertigte.

Mitte der 50-er Jahre des 19. Jahrhunderts – also mit dem Beginn der Industrialisierung – entwickelte sich aus dem Handwerksbetrieb eine Tonröhrenfabrik. Die Produkte wurden sowohl für den damals beginnenden Aufbau von Wasserversorgungsanlagen wie auch für die Fassung von Abwasser verwendet.

Mit der Einführung von Hochdrucksleitungen in der Wasserversorgung konnten die Tonröhren nicht mehr mithalten. Sie wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch Zementröhren abgelöst. Richner stellte die Produktion um und gliederte dem Betrieb mit der damals stattfindenden positiven Entwicklung des Baumarktes auch einen umfangreichen Baumaterialienhandel an. Bereits im Sortiment fanden sich die ersten „Closet-Apparate“, „Pissoirs verschiedener Façonen“ sowie Bodenplatten aus Zement und andere Baumaterialien.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Unternehmen modernisiert und zu einem im Kanton Aargau bedeutenden und blühenden Produktions- und Handelsbetrieb für Baustoffe ausgebaut. 1962 ging die Aktienmehrheit an die Jura-Cement-Fabriken über, da Interessenten aus dem Kreise der Familie fehlten.

Die folgenden Jahrzehnte waren geprägt durch Anpassungen an den Markt. In dieser Zeit entstanden in Buchs bei Aarau neben zweckmässigen Büros attraktive Verkaufsräume für Bäder und Plättli, ein modernes Zentrallager für Baumaterial und ein neues Kieswerk in Däniken. Anderseits wurden Zementwarenfabrikation und die Küchenabteilung aufgegeben, dafür zwei Selbstbedie­nungs-Baumärkte eröffnet und ein grosser Sägerei-Betrieb aufgebaut.

Wie alle Zementproduzenten in der Schweiz kaufte auch die Jura-Cement-Fabrik im Verlaufe der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts zur Sicherung ihres Zementabsatzes nach und nach Betriebe im Bereich Sand/Kies/Beton sowie Baustoffhändler auf. Ende 2000 verfügte Jura im Handelsbereich über sechs weitgehend selbständige und regional tätige Betriebe in der ganzen Schweiz.

Zum gleichen Zeitpunkt wurde die Gruppe Jura ihrerseits mit den beiden Zement-Fabriken und allen Beteiligungen an den irischen Baustoffkonzern CRH (weltweit Nr. 4) verkauft. Der Handelsbereich wurde darauf verselbständigt und der in Holland domizilierten Division CRH Products + Distribution Europe angegliedert.

In der Folge konzentrierte sich Jura im Handelsbereich auf das Geschäft mit Baumaterialien, Bädern und Plättli in der deutschsprachigen Schweiz. 2001 wurden alle Unternehmen und Betriebsteile, die nicht in diese Ausrichtung passten, verkauft oder liquidiert. Die Administration wurde in Buchs zentralisiert und Ende Jahr alle Firmen zu einem einzigen Unternehmen fusioniert, das unter „Richner AG“ firmierte.

2002 konnten von der Vigier Holding die im Raume Solothurn-Bern tätige Vicom Baubedarf AG und von der Holcim die im Raum Zürich-Ostschweiz aktive BauBedarf-Gruppe übernommen werden.   

In Anpassung an die unterschiedlichen Geschäftsprozesse zwischen Baumaterial einerseits und Bäder/Plättli andererseits wurde der Bauhandel per 1. Januar 2004 in zwei getrennt geführte Geschäftseinheiten/Marken aufgeteilt; RICHNER für Bäder und Plättli sowie BauBedarf für Baumaterial. Juristisch sind beide Einheiten in der BR Bauhandel AG mit Sitz in Rümlang und Zweigniederlassung in Buchs zusammengefasst. 

Im 2007 hat der weltweite Konzern CRH die Gétaz-Gruppe mit Richner erworben. Und auf 1.1.2009 schliessen sich die Marken Richner, Sanmat und Sabez zu RICHNER zusammen.

Ein prunkvoller Kachelofen mit bemalten Blattkacheln.

Kachelöfen
Heizung und Schmuck

Aborterker mit Tonröhren in der Konstanzer Altstadt um 1910

Abwasserwesen und Wasserversorgung

Die Richnersche Produktepalette auf einer Werbekarte um 1911

Werbung

Das 1947 bezogene Lager für Sanitärartikel an der Rohrerstrasse in Aarau

Lager

Für 1932 ein moderner Kipplaster der Marke "Berna"

Logistik