Wie wohne ich, wenn ich einmal alt bin? Diese Frage beschäftigt uns alle – und dennoch zögern wir die Auseinandersetzung mit ihr möglichst lange hinaus. Dabei bieten sich heute für altersgerechtes Wohnen attraktive Lösungen an.
Das Thema ist aus verschiedenen Gründen aktuell. Zum einen ist eine demografische Alterung der Bevölkerung Tatsache,zum andern erreichen die Menschen ein immer höheres Lebensalter. Dazu zählen die ersten Vertreter der Baby-Boom-Generation. Sie sind mit ihrem Bildungs-, Lebens- und Freizeitverhalten, das sich von jenem früherer Generationen markant unterscheidet, massgeblich daran beteiligt, dass sich das soziale Leben verändert: Das Interesse am Wohnen im selben Haushalt wie die Nachkommen schwindet. Die Pensionierten wollen die Art, wie sie ihre zweite Lebenshälfte verbringen, selber bestimmen. Und das hat auch mit dem Wandel des Rollenver-ständnisses zu tun: Frauen, die heute 60 sind, haben sehr häufig neben ihren Aufgaben als Familienfrau Teilzeit gearbeitet und später, als die Kinder flügge waren, wieder eine volle Anstellung angenommen. Dadurch sind sie finanziell unabhängig vom Partner und haben eigene Vorstellungen, was sie sich mit ihrem Geld leisten möchten– auch auf das Alter hin. Eine weitere Realität, mit der die neue Generation älterer Menschen konfrontiert ist, sind die vielen Singlehaushalte. Tendenz rapide zunehmend. Das hat zur Folge, dass im Alter niemand da ist – dann, wenn man auf einen Partner, eine Partnerin angewiesen ist, weil einem die körperlichen Gebrechen zu schaffen machen. Auch deshalb ist die altersgerechte Ausstattung der eigenen vier Wände ein Thema. So lange wie möglich unabhängig und selbständig sein, so wie man es eben auch in jüngeren Jahren zu sein pflegte, ist das Ziel wohl aller im Rentenalter. Dafür wird heute mehr geboten denn je: Freizeitaktivitäten in Vereinen, der regelmässige Gang ins Fitnesscenter und Kulturreisen sorgen dafür, dass Körper und Geist fit bleiben. Angebote, die es in der Fülle für Ältere noch nie zuvor gab. Hinzu kommen medizinische Behandlungen, basierend auf gerontologischen Forschungen, Präventionen und eine bewusstere Ernährung.
Gestiegener Anteil an Wohneigentum
Ende letzten Jahres erschienene Age Report 2009, der alle fünf Jahre herausgegeben wird, hat Zahlen und Fakten zu Wohnformen, Wohnwünschen und Wohnbedürfnissen älterer Menschen zusammengetragen. Dazu wurden über 1000 in der Schweiz lebende Personen ab 60 Jahren befragt. Als Folge des Wohlstands der letzten Jahrzehnte ist der Anteil der Wohneigentümer gestiegen. So lebt nahezu die Hälfte der 55- bis 64-Jährigen in einer eigenen Wohnung, beziehungsweise in einem eigenen Haus. Zählt man versteuertes Wohneigentum (inklusive Ferienwohnung) mit, besitzen heute fast 60% dieser Altersgruppe privates Wohneigentum. Höheres Erwerbseinkommen, eine verbesserte Altersvorsorge und nicht selten Erbschaften haben zu diesem verbesserten Lebensstandard geführt, und der verlangt nach besserer Wohnqualität, will heissen: mehr Platz.
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